Hr. Peters, nee nicht der Seitenbetreiber hier, sondern der Kreislandwirt, fällt in den letzten Wochen durch vehemente Wiederholung seiner Forderungen für Teilhabe am Konjunkturpaket II auf. Für uns Anlass sich mal mit dem Thema „Landwirtschaft“ ( in Politiker-Runden heißt das dann immer so schön „ Agrarpolitik“ oder „tertiärer Sektor“) zu beschäftigen und ihm mal Anregungen zu geben: ( Nicht immer auf Erich Tönnissen hören, Hr. Peters....)

Der Kreis Kleve ist auch heute noch stark landwirtschaftlich geprägt. Neben den zahlreichen Bäuerinnen und Bauern gibt es hier auch Lebensmittel verarbeitende Betriebe in großer Zahl. Unser Ziel ist es, die Landwirtschaft hier zu erhalten, zu fördern und auszubauen.
Die bisher ungebrochene Bedeutung des Bio-Marktes wird deutlich durch Verbraucherinnen und Verbraucher, die den höheren Aufwand der Produktion honorieren, der durch höhere ökologische Standards, intensivere Kontrollen und mehr Arbeitskraftbindung entsteht. Doch nach wie vor wird die anhaltend steigende Nachfrage nach Ökoprodukten vor allem durch Importe bedient, während die einheimische, regionale Erzeugung bestenfalls stagniert.
Die Hürden und Risiken einer Betriebsumstellung vom konventionellen Anbau zum Ökolandbau sind für die Landwirtschaftsbetriebe offensichtlich nach wie vor groß. Deshalb muss die Politik hier ihre ökologische und soziale Verantwortung übernehmen, denn der Ökolandbau braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Bioprodukte schaffen und stabilisieren hier Arbeitsplätze und bieten gleichzeitig Chancen für regionale Produkte.

Die Absicherung einer von Verbraucherinnen und Verbrauchern akzeptierten Qualitätsproduktion von Nahrungsmitteln in Deutschland erfordert auch den Verzicht auf Agro- Gentechnik. Nun hat selbst Agrarministerin Aigner den politischen Willen zum Verzicht auf Gen-Maisanbau in Deutschland bekundet. Das ist ein längst überfälliger, aber eben nur ein erster Schritt.
Besonders Biobäuerinnen und Biobauern, aber auch die große Mehrzahl der konventionellen Landwirtschaftsbetriebe erwarten endlich ein Anbaumoratorium, wie es seit Jahren gefordert wird. Die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt genetisch veränderte Nahrungsmittel ganz klar ab. Wir sind für die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, um auch eine ausreichend qualitative
Nährstoffversorgung der Bevölkerung zu erreichen und nicht nur ein vielfach degeneriertes Lebensmittelangebot.
Die Umstellung der Genehmigungsverfahren von Bio-Gasanlagen in der Agrarwirtschaft wird von uns angestrebt, da die vormals guten Aspekte (Verarbeitung von organischen Abfällen) durch z.B. das Einbringverbot von Kartoffelschalen bei „Pfanni“ ad absurdum geführt werden. Da „Pfanni“ als Industriebetrieb eingestuft wird, gelten somit die dortigen Kartoffelschalen als „gewerblicher Abfall“ und dürfen nicht in Bio-Gas-Anlagen eingebracht werden. Folge: Organische Abfälle werden extra angebaut und nehmen Fläche für Lebensmittel! Na, da hat man aber gut überlegt...und – wie viel lebensmittelverarbeitende Betriebe haben wir denn im Kreis Kleve? Deren „Abfall“ geht dann nach irgendwo hin....
Gülle wird weiterhin auf den Felder verrieselt und erhöht den Nitratgehalt der Erdschichten bis zum Grundwasser. Warum nicht auch einbringen in Bio-Gas-Anlagen?

Wir sind für einen erhöhten Tierschutz in der Landwirtschaft und der Überprüfung der Einhaltung der entsprechenden Gesetze. Die Massentierhaltung soll in Stufen abgebaut werden und in eine Kleinbetrieb-Haltung übergeführt werden.
Dies bedeutet dann auch gleiche Arbeitsbedingungen für alle. Preisdumping auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der Tiere darf sich nicht mehr lohnen. Ziel muss es sein, für die Bäuerinnen und Bauern eine Existenzgrundlage zu schaffen, welche das Auskommen von ihrer Arbeit sichert.

Wir fordern:

in einem Satz:

Gesunde, regionale Nahrung aus ökologischem Anbau, ohne Gentechnik!