Für die Vermittlung von ALG II-Empfängern ( ab 1 Jahr ohne Job - und das kann schnell um sein..) sind im Kreis Kleve die Kommunen zuständig...
Das heißt in jeder Kommune gibt es Leute, die versuchen sollen/ müssen:
► Qualifikation, Fähigkeiten und persönliche Verhältnisse ( z.B. Allergien usw.) auszuloten
► Geeignete (!) Fortbildungen/ Weiterbildungen anzubieten
► Kontakte für Bewerbungen herzustellen
► Unterstützung leisten bei Bewerbungen, Bewerbungskosten, u.ä.
► Sie zu betreuen, z.B. eine Eingliederungsvereinbarung mit den Betroffenen aushandeln
Leute (Fallmanager) werden eigentlich gut bezahlt; sie leben von der Not der Arbeitslosen - Arbeiten sie auch gut?:
⇔ Akten, in denen ausgebildete Industriekaufleute mit Abi als "Maschinenwart ohne
Schulausbildung..." geführt, und so auch vermittelt werden...
⇔ Alleinerziehende, die 1/2 bis 3/4 Tage arbeiten gehen können, auf 8-11 h Jobs (incl. Fahrzeit) geschickt werden
⇔ z.B. Niederländisch-Kurse ( 14 Tage) quer durch den Garten aufgenötigt werden um das Budget der Kommunen zu erhöhen und "Weiterbildungsfabriken" ohne jeden echten Sinn
zu finanzieren
⇔ Als fast einziges Angebot die Leute an die niederländische Nordseeküste für 4,-- bis 7,--
€/h Netto zu senden
⇔ Fahrtkosten/ Bewerbungskosten schlichtweg zu ignorieren, geschweige denn nicht abzurechnen und auszuzahlen
⇔ Ständig mit Kürzungen zu drohen, wenn man z.B. nicht sofort eine vorgefasste und vorgelegte Eingliederungsvereinbarung unterschreibt.
Haben Sie auch schon mal 7 Monate vergeblich auch eine Antwort, auf einen Rückruf gewartet? – Schaffen Sie sich einen Fallmanager an....
Das dürfte dann doch ein wenig an den eigentlichen Aufgaben vorbei gehen....?!
- Um sich ärgern zu lassen hat man seine(n) Frau/ Mann/ Nachbarn/ Kinder....
- Um sich verhökern zu lassen, kann man selbst zu tempo-team, otto, start usw. gehen und braucht dafür nicht extra einen Fallmanager...
- Um seine Zeit geradezu sinnlos irgendwo abzusitzen kann man auch die Neujahrsansprache der Kanzlerin ( oder noch besser: Schrödis Hartz-Rede!)
rauf und runterspielen...
Was haben wir doch für einen Luxus ! Leisten uns "Fallmanager", die man so nicht braucht...
Moment - wer ist denn "wir"...?
Ein Vorteil:
Die Kommune hat/ schafft ja auch Arbeitsplätze, in Kleve z.B. bei den USK, beim Ordnungsamt usw...
- Kennen Sie einen Arbeitslosen,
dem ein solcher Job schon mal ( jetzt nicht 1,-- Euro...) angeboten wurde oder haben
Sie auch die Vermutung diese Vermittlung läuft irgendwie "anders"?...
Hier noch ein von uns gefundener Leserbrief (Klever Wochenblatt) zur letzten ach so hochgejubelten Jobbörse der Stadt Kleve in 2009....
Leserbrief zur 3. Klever Jobbörse
„Erfolg“, „Riesenerfolg“ und „Große Teilnahme“ liest man allenthalben, meist aus dem Munde der Stadt Kleve und klopft sich dabei selbst kräftig auf die Schulter. Erfolg ist relativ und die große Besucheranzahl zeugt von entsprechender Nachfrage. Ein Heer von Menschen, dass durch die Stadt Kleve als Optionskommune verwaltet ( und eben nicht betreut) wird. Warum sollte es auf dieser Jobbörse anders sein als im Ergebnis mit den städtischen Fallmanagern? Da hab’ ich mal näher hingeschaut:
Nachdem der ALG-II Empfänger nun alle möglichen Zeitarbeitsfirmen seit vielleicht Jahren immer wieder kontaktiert hat, vom Amt 50 der Stadt Kleve immer wieder – als Wunderwaffe der Stadt – dort hin geschickt worden ist, hat er nun Gelegenheit seine Bewerbungsunterlagen zum 4., 5. oder 8. Mal dort abzugeben – wie hilfreich, ob er davon auch wieder nichts hört?
Insgesamt 13 solcher Zeitarbeitsfirmen, die man seit Jahren kennt, waren als Teilnehmer in der Klever Stadthalle ( und nicht „nur“ 8 wie von der Stadt angegeben wurde). Das war wohl schon mal nichts...
Erfreulich, dass ca. 20 Firmen/ Betriebe da waren die Ausbildungsplätze konkret oder vielleicht anbieten – aber, für den „Kunden“ der Stadt Kleve ist das auch nichts....Mit 38 oder 48 noch zur Polizei oder zur Bundeswehr?
An rund 10 Ständen konnte man sich über Software, VHS, Kreisbauernschaft, Eu-Vertrag von Lissabon und ähnlich spannenden Arbeitsthemen informieren – aber, für den „Kunden“ der Stadt Kleve ist das zunächst einmal auch nicht so von primären Interesse...
Verbleiben somit ca. 4-7 Betriebe die vielleicht wirklich, vielleicht noch „normal“ (also kein McJob) bezahlte Arbeit anzubieten haben – für dann 4.000 Interessenten...
Wer ALG-II-Empfänger ist kann ja mal beim Arbeitsamt vorbeischauen – bloß die reden erst mal gar nicht mit einem: „ Für die Vermittlung von ALG-II Empfängern ist ausschließlich die Stadt Kleve zuständig, Auf Wiedersehen ( oder auch nicht)“
Betriebe, die laut Presse der letzten Wochen sich erweitern wollen, teilweise für Millionen, waren auch nicht anzutreffen.
Da wundert es umso mehr, dass nicht ein einziger kommunaler Betrieb, wie z.B. Stadtwerke oder USK, an der Jobbörse teilgenommen hat. Folgen die einer Einladung der Stadt Kleve nicht? Werden die Jobs dort „anders“, vielleicht eben nicht-öffentlich, vergeben? Bilden die nicht mal aus? Ach ja, die Wirtschaftsförderung war ja da – aber was boten die gleich noch mal an? Ziemlich gut bezahlter Job für Hr. Röhrl bei so wenig Effizienz....
Fazit:
Nichts gegen eine Jobbörse, aber eine ernstgemeinte sieht anders aus. Ein derartiges Show-Event unter dem Titel „Jobbörse“ zu veranstalten – ist das schon Wahlkampf, Hilflosigkeit oder Unwillen? Nicht mal kommunale Betriebe – und der Arbeitsmarkt kann gerade von diesen mitgesteuert werden – waren auf einer Jobbörse der Stadt Kleve vertreten.
P.S: Eine kleine Tasse Kaffee für 1,50 Euro für Jobsuchende könnte man vielleicht auch etwas günstiger gestalten. Jedes Mal wenn ich auf Veranstaltungen der Wirtschaftsförderung im Klever Raum war gab’s nicht nur diese, sondern Lachsschnittchen und Allerlei – kostenlos!
J.-U. Habedank/ Kleve
Wir fordern daher:
- Abschaffung von 1-Euro Jobs zugunsten sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze
- Schaffung eines öffentlichen Beschäftigungssektors (ÖBS)
- Mindestlöhne in allen Branchen
- Durchsetzung des neuen Vergaberechtes (z.B. kommunaler Bezug, Mindestlöhne,
Arbeitsbedingungen)
- Wiedereinführung unabhängiger Arbeitslosentreffs
- Arbeitsvermittlung unter Berücksichtigung der persönlichen Qualifikation
In einem Satz:
Schaffung und gerechte Verteilung von Arbeit mit Existenz sicherndem Einkommen
Weiterführende Dokumente hier.......







